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Eintrag vom 12.02.2006:
Sonntagmittag, im Fernsehen läuft Olympia und ich soll darauf verzichten und laufen? Draußen? Das Thermometer zeigt 9 Grad - zugegeben, es hängt nicht ganz im Schatten. Irgendwie zieht es mich doch raus. Klamotten an, Wasserflaschen gefüllt und los.

Ich hab mir vorgenommen, mal die geplante 30-km-Strecke zur Riveristalsperre anzutesten. Das soll heißen, ich nehm' mir mal die ersten 10 km bis hin zum Kreisel am Ende von Waldrach vor. Hin und zurück sind das dann knapp mehr als 20 km.

Schon die ersten paar Meter fallen schwer. Vorbei am Biewerer Sportplatz hin zur Pfalzeler Eisenbahnbrücke. Ein kalter Wind bläst über die Mosel und treibt mir die Tränen in die Augen. Es geht am Klärwerk vorbei und dann Richtung Ruwer.

Das Stück am dem alten Bahnübergang bis hin zum Ortseingang nach Ruwer ist ein einziges Dreckstück. McDonalds-Becher, Bifi-Verpackung, Zigaretten-Schachteln - das Zeug fliegt doch nicht hier hin - Was für Zeitgenossen sind das, die hier ihr Fenster aufmachen und das Zeug rauswerfen ... ?

In Ruwer biege ich dann auf den neuen Ruwertal-Radweg (4,6 km). Fertig ist der noch lange nicht. Grober Teer, Löcher, an Ruwer-Brücken fehlen komplette Stücke, ich weiß ja nicht wer da an der Planung beteiligt ist, aber ein Stück ist das noch nicht - ich bin etwas über das neue "Prunkstück" enttäuscht. Das ist alles wenig anschaulich - warten wir mal das Frühjahr ab.

Die Strecke zieht sich ewig - eine lange Gerade folgt der anderen - es ist halt ne typische Bahnstrecke. An den ehemaligen Bahnübergängen sind Stolperfallen. Links und rechts vom Radweg liegt Baudreck. Ein Lichtblick ist das Stückchen zwischen Mertesdorf und Kasel. Da liegt die Karlsmühle mit Biergarten (6,6 km), der jetzt im Winter zwar geschlossen ist. Aber der wird bestimmt ein Anziehungspunkt.

Ansonsten ist die Strecke wenig spektakulär. Da müssen die Ruwertaler noch etwas dran tun.

Am Ende von Waldrach ist dann Umkehrpunkt. 1:07 h bis hierhin (10,2 km). Geplant waren 1:10 h - aber irgendwie läuft es gut bis hier hin. Der Rückweg wird angenehmer - jetzt hab ich Rückenwind und es geht sehr sanft bergab.

Viele Leute sind auf dem Radweg unterwegs, seltsamerweise meistens in 4er Gruppen, Ü60 und zu Fuß. Wo sind denn die jungen Leute? Gucken die vielleicht Olympia?

Zurück in Ruwer - etwa bei Kilometer 15 - meldet sich mein rechtes Knie. Also geh ich etwas mit dem Tempo runter, das hat sich schon öfter bewährt. Nach wenigen hundert Metern geht es schon wieder.

Weiter geht’s hinterm Klärwerk der Stadtwerke (17,8 km) vorbei und ich überleg kurz, ob ich die Runde verlängern soll. Metternichstrasse, Nells-Park, Ratio, Moselradweg, Kaiser-Wilhelm-Brücke??? Das wären dann etwa 5 km mehr ... Nö - ich ziehe die kurze Alternative über die Pfalzeler Eisenbahnbrücke, auf der mir dann gleich zwei Züge begegnen, vor.

Weit ist es nicht mehr. Noch durchs Flürchen und dann geht’s Ruckzuck. Am Sportplatz mach ich noch 'nen Schlenker runter zur Mosel und lauf' weiter auf dem Radweg Richtung Trier, um dann weiter hinten rechts abzubiegen.

Durch den Schlenker verlängert sich die Strecke auf 21,2 km. Die Zeit (2:12:51) spielt da ne geringe Rolle. Obwohl der Schnitt von 6:16 min/km doch vorzeigbar ist - oder?

Das war der erste Halbmarathon - kein Wettkampf - aber die Strecke muss man vorher doch mal ausprobieren. Ich denke ich bin fit für den ersten Halbmarathon. Der "Schweicher" ist anspruchsvoll, aber ich denke ich werde den versuchen ...

Ob das die Strecke wird, die ich als ersten "langen Lauf" über 30 km laufen will weiß ich noch nicht - die 2 km weiter nach Riveris und dann die etwa 6 km um die Riveristalsperre können ja noch interessant werden. Mal sehen ...

Lo 0:05 In 1:51 Hi 0:15, AVG 150, 2640 kcal